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Informationen und Fahnen-Aktion anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“

Zeichen gesetzt anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“. Bild: Saskia Hofmann / Kreisverwaltung

Seit mehr als 30 Jahren gilt der 25. November als „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“, an dem sich weltweit Menschen für die Beseitigung von Gewalt und Diskriminierung an Frauen einsetzen. Auch in Deutschland ist Gewalt gegen Frauen keine Randerscheinung. Im Gegenteil: Oft prägt sie den Alltag von Frauen in unserer Gesellschaft.

Seit 15 Jahren engagiert sich im Odenwaldkreis der Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt dafür, die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen und Fachleute untereinander wirkungsvoll zu vernetzen, über häusliche Gewalt aufzuklären und Fachkräfte sowie interessierte Öffentlichkeit über Handlungsmöglichkeiten zu informieren. Aktuell wird eine Interventionsbroschüre überarbeitet, die einen Überblick über die verschiedenen Angebote und Hilfen für Betroffene bietet. Geplant wird zudem für das Frühjahr 2017 ein Fachtag, der dazu dienen soll, auf den besonderen Hilfebedarf von Kindern aufmerksam zu machen, die häusliche Gewalt in ihrer Familie erleben.

Anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ vermittelten Mitglieder des  Odenwälder Arbeitskreises im Foyer des Landratsamts in Erbach vielerlei Informationen rund um das Thema häusliche Gewalt. Die Gleichstellungsbeauftragte des Odenwaldkreises Petra Karg und Kreisbeigeordnete Anni Resch setzten wie in den zurück liegende Jahren ein äußeres Zeichen für die Beteiligung an der längst bundesweit bekannten Fahnen-Aktion der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes, in dem sie vor den Gebäuden der Kreisverwaltung die Flagge „Nein zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“ aufzogen.

Passend zu landes- bis bundesweiten Erkenntnissen über das anhaltend brisant bleibende Thema bewegte sich die Aktion in diesem Jahr vor aktuell verbreiteten Berichten des Bundeskriminalamtes, der Stellungnahme von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig dazu und der Kampagne „1coolermove“, gemeinsam gestartet von der Landesarbeitsgemeinschaft Hessischer Frauenbüros (LAG) und dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (Informationen: www.frauenbueros-hessen.de).

Anni Resch appellierte beim Ortstermin an die Gewalt Ausübenden selbst, in sich zu gehen und ihrerseits um Hilfe und Rat nachzusuchen. So könnten letztlich auch sie einen Beitrag zu mehr und besserer Prävention im Interesse aller Betroffenen leisten. Petra Karg sagte mit dem Blick auf den vorgesehenen Fachtag, ihr sei nicht nur die unmittelbare Hilfe für Kinder besonders wichtig: Von entscheidender Bedeutung bleibe es, stets die Familie als Ganzes zu betrachten.

Betroffene Frauen, aber auch Menschen aus deren Umfeld, können sich mit ihrem Anliegen und ihren Fragen an das Frauenhaus Erbach, Telefon 06062 5646 oder an die Beratungsstelle für Frauen / Zuflucht – Beratung – Begleitung in Gewalt- und Krisensituationen, 06062 266874 wenden. Kostenlose telefonische Beratung bietet auch das bundesweite Hilfetelefon in 15 verschiedenen Sprachen:  08000 116 016.

Hintergrund:

Jede dritte Frau ist von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. 25 Prozent aller Frauen erleben Gewalt in ihrer Partnerschaft. Mehr als die Hälfte aller Frauen wurde mindestens einmal in ihrem Leben sexuell belästigt. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie der Europäischen Union. Gewalt an Frauen hat viele Gesichter. Sie wird als körperliche Gewalt, psychische Gewalt und Demütigung, sexualisierte Gewalt, soziale Gewalt und als ökonomische Gewalt zur Machtausübung eingesetzt. Sie zeigt sich in verschiedenen Formen: Unter anderem in häuslicher Gewalt, Stalking, sexualisierter Gewalt, Frauenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung.

Vor 40 Jahren entstanden in Deutschland die ersten Frauenhäuser. Verdienst  der Frauenbewegung war es damals, das Thema Gewalt gegen Frauen und Gewalt in Ehe und Partnerschaft in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken sowie Hilfe-Angebote für betroffene Frauen und deren Kinder einzurichten. Mittlerweile arbeiten vielerorts Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen zusammen, um die Bevölkerungt für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren und den Schutz der Betroffenen zu verstärken.

 


Zeichen gesetzt anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November: Kreisbeigeordnete Anni Resch (dritte von rechts) und die Gleichstellungsbeauftragte des Odenwaldkreises Petra Karg (zweite von links) sowie weitere Mitglieder des Arbeitskreises gegen häusliche Gewalt hissten die Flagge mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“. Bild: Saskia Hofmann / Kreisverwaltung

 

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